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Sprunggelenkdistorsion was dann…..????

 

Sprunggelenkdistorsion was dann…..????

 

 

 

 

 

Ganz so einfach ist die Sprunggelenksdistorsion mit Verletzungen des lateralen Bandkomplexes nicht. Fast ein Viertel meiner Athleten klagen nach dieser Verletzung über persistierende Schmerzen und fast genauso viele entwickeln eine chronische Instabilität.

 

 

 

Haben die lateralen Bänder bei einem Trauma einen Schaden davongetragen, kommt es auf die richtige Primärbehandlung, eine sorgfältige Diagnose, und auf eine adäquaten Rehabilitation an, damit keine chronische Instabilität bleibt.

 

 

 

Als erstes sollte eine Fraktur ausgeschlossen werden. Hierbei wird die „Ottawa-Ankle Rule“ angewandt. Dies bedeutet, dass eine Röntgenaufnahme nur indiziert ist, wenn der Patient:

 

· nicht vier Schritte direkt nach dem Verletzungsgeschehen gehen kann

 

   oder
· eine erhöhte lokale Knochenempfindlichkeit im Bereich der hinteren Kanten      

 

   oder Spitzen der Malleolen

 

   oder
· eine erhöhte lokale Knochenempfindlichkeit im Bereich os naviculare oder   

 

   Basis Metatarsale V verspürt

 

 

 

 

 

Die Stabilität im Sprunggelenk wird anhand der „vorderen Schublade“ (Lig. talofibulare anterius) und der Aufklappbarkeit (zusätzlich Lig. calcaneofibulare) untersucht. Gelingen diese Tests wegen der Schmerzen Initial nicht, kann man damit auch erstmal 3–5 Tage unter Verfolgung der P(E)CH-Regel (Pause, Eis, Kompression, Hochlagern) abwarten. Eis sollte nur bei Temperaturerhöhung im betroffenen Gewebe angewandt werden (>2ᵒC im Seitenvergleich)

 

Keinesfalls sollte die Stabilitätsprüfung mit den „Stresstests“ bei jeder Behandlung wiederholt werden. Hierdurch besteht die Gefahr, gerade geheilte Strukturen wieder zu zerstören.

 

 

 

In den ersten ca. zehn Tagen (Entzündungsphase) geht es vor allem um Abschwellung und Schmerzreduktion. Dazu bekommt der Patient einen elastischen Zink-Verband, Kinesio-Tape und die Anweisung nach der P(E)CH-Regel zu verfahren sowie entstauende Maßnahmen wie Lymphdrainage und fasciale Techniken.

 

Ein MRT ist nur in Ausnahmefällen zum Ausschluss von Begleitverletzungen oder bei persistierenden Beschwerden erforderlich

 

Statt auf Immobilisation im Gipsverband setzt man dabei auf eine funktionelle Behandlung.

 

 

 

Probiozeptives Training hilft dabei Rezidive zu vermeiden. Somit folgt für vier bis acht Wochen die Proliferationsphase, in der sich im verletzten Bereich neue Strukturen reorganisieren. In dieser Zeitspanne brauchen die Athleten eine funktionelle Therapie mit geeigneter Orthese, Tapeverbände und Physiotherapie.

 

Bis zu einem Jahr dauert die Remodellierungs-Phase. Regelmäßiges neuromuskuläres Training und Proprozeptives Training helfen in dieser Zeit, Rezidive zu vermeiden und wirken einer chronischen Instabilisierung entgegen. Der optimale Reha- und Trainingsverlauf sollte darauf zielen, schnellstmöglich auf Orthesen und Tapeverbände zu verzichtet.

 

Terminabsprache

Tel. 07191 342 66 70

Fax 07191 342 66 71

 

Adresse

Praxis für ganzheitliche Therapie

Hans-Gaugler-Weg 12

71522 Backnang 


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